Emanzipation abgeschlossen?

+++ Pressemitteilung +++

Friedrichshafen – 08.03.2021

Nach 110 Jahren Weltfrauentag könnte man denken, Frauen und Männer seien nun
gleichberechtigt. Frauen sind in allen Berufsständen repräsentiert, bekleiden
Vorstandsposten, haben laut Verfassung die gleichen Rechte und sogar unser
Staatsoberhaupt ist eine Frau. Warum sich also weiter für Gleichberechtigung
einsetzen? Ist die Emanzipation der Frau denn nicht abgeschlossen? Mit dieser Frage
beschäftigt sich der nächste Salon Rouge digital am 16. März ab 19 Uhr auf Zoom.

Der Weltfrauentag entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem
Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht der Frauen.
Erstmals fand der Frauentag am 19. März 1911 statt. Erst 1957 wurde das
Gleichberechtigungsgesetz verabschiedet, 1977 erfolgte die Reform des Ehe- und
Familienrechts und im Jahr 1980 trat das Gesetz über die Gleichbehandlung am
Arbeitsplatz in Kraft. 1994 folgte das zweite Gleichberechtigungsgesetz und die Ergänzung
des Gleichberechtigungsartikels im Grundgesetz. Trotzdem leben Frauen in Deutschland
nicht in einem feministischen Paradies. Im Gegenteil. „Gekämpft werden muss weiterhin.
Jetzt mit anderen Prioritäten. In Zeiten, in denen zahlreiche Frauenprojekte um ihr
finanzielles Überleben kämpfen, stellt sich die Frage der Repolitisierung mit neuer
Dringlichkeit. Ausreichend Druck zu erzeugen, um die ehrenamtliche wie professionelle
Infrastruktur der Frauenbewegung zu bewahren, bleibt eine Herausforderung.“ weiß
Jasmina Brancazio, Landtagskandidatin und Vorsitzende des SPD Friedrichshafen.

„Auch 70 Jahre nach Verkündung des Grundgesetzes ist eine aktive Gleichstellungspolitik
gefragt. Geht es um die Vertretung von Frauen in der Politik, zählt der baden-
württembergische Landtag zu den Schlusslichtern unter den deutschen
Länderparlamenten. Auf eine weibliche Abgeordnete kamen im Stuttgarter Parlament
bislang mindestens drei männliche Kollegen. Unsere Regierungen und Parlamente müsse
deutlich weiblicher werden.“

„Ein Schritt Vorwärts, zwei Schritte zurück“ ist auch der Titel der aktuellen
Forschungsarbeit von Prof. Dr. Marlene Haupt, Professorin für Sozialpolitik und
Sozialwirtschaft der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Die vorliegende Analyse
verschafft einen Überblick über die ersten vorliegenden Daten und Studien zu
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gleichstellung in Deutschland.

Nach dem Inputvortrag zur aktuellen Emanzipationsbewegung darf offen diskutiert werden.
Eingeladen sind alle Interessierten. Zugang unter https://us02web.zoom.us/j/86141029974

Bei Fragen zum Format und technischen Problemen, kann man sich vorab direkt an den
Ortsverein unter info@spd-friedrichshafen.de oder über www.spd-friedrichshafen.de
wenden. Der Veranstaltungslink ist auch über die Sozialen Medien zu finden.